Bahnstromschutz 25 kV / 2×25 kV: Distanzschutz PDZI9000, Traktionsgruppenschutz PGT9000 und Fehlerorter LDN2

Für Bahnstromnetze mit 25 kV und 2×25 kV (50/60 Hz) liefert ICE eine eigene Schutzgeräte-Plattform: Der Distanzschutz PDZI9000 sichert die Fahrleitung, der PGT9000 die Traktionsgruppe mit Speisetransformator, der Fehlerorter LDN2 lokalisiert Fehler entlang der Strecke. Alle Geräte sind für Bahnumgebung ausgelegt (IEC 60255, EN 50124-1, EN 50121-5) und kommunizieren über IEC 61850. ICE schützt nach eigenen Angaben über 10.000 km Traktionsspeisung, u. a. bei SNCF Réseau, Eurotunnel, KORAIL, STIB und ONCF.

Geräte für AC-Bahnstrom im Überblick

MerkmalPDZI9000PGT9000LDN2
AufgabeDistanzschutz FahrleitungSchutz der Traktionsgruppe (Speisetransformator)Fehlerorter Fahrleitung
Netz25 kV, 2×25 kV Autotransformator, 50/60 Hz25 kV, 2×25 kVkonventionell und 2×25 kV
Schutzfunktionen (ANSI)21, 21FL, 21SUM, 27, 50, 50BF, 51, 51DPR (Pendelsperre), 59, 59H, 67, 74TC, 79, 86, 87, FL21, 27, 50, 50BF, 50N, 51, 51N, 59, 86, RT (Spannungswiederkehr)21FL, 27, 74
Besonderheitpatentiertes Summenstromverfahren für parallel gespeiste Fahrleitungen; Messwerte über Stromwandler oder IEC 61850-9-2 Sampled Valuesgleiche Plattform wie PDZI9000Fehlerortberechnung nach Auslösung eines beliebigen Schutzgeräts, Algorithmus wie PDZI9000
Abtastung / Auslösezeit6,4 kHz, unter 30 ms (Herstellerangabe)––
Ein-/Ausgänge3 Stromeingänge, 18 DI, 28 DO––
KommunikationIEC 61850 (MMS, GOOSE, 9-2 SV), Modbus, WebserverIEC 61850, ModbusModbus RTU, RS485 (redundant optional)
Bauform19″, 3U19″, 3UKompaktgerät, 19–70 V DC / 85–255 V
DatenblattPDZI9000 (PDF)PGT9000 (PDF)LDN2 (PDF)

Ergänzend: DPR800 erkennt Leistungspendelungen („pumping effect“) im Unterwerk aus Strom- und Spannungsverlauf (ANSI 51DPR, Modbus; Datenblatt (PDF)). Für Unterwerks-Abgänge ohne Distanzschutz kommen die NP800-Geräte NPI800, NPU800, NPIH800 und NPIDR800 zum Einsatz.

Warum Distanzschutz für die Fahrleitung?

  • Lange Speiseabschnitte mit wandernden Lasten: Überstromschutz kann Zuglast und Kurzschluss nicht sicher unterscheiden; der Distanzschutz bewertet die Impedanz.
  • Parallel gespeiste Fahrleitungen (Doppelgleis): Das Summenstromverfahren des PDZI9000 bewertet beide Gleise gemeinsam und vermeidet Fehlauslösungen bei Lastübergängen.
  • Autotransformator-Netze 2×25 kV: Fehlerort und Impedanz hängen von der AT-Position ab; LDN2 und PDZI9000 berücksichtigen das.
  • Pendelsperre (51DPR) und Spannungswiederkehr (RT) verhindern Fehlauslösungen beim Wiederanfahren vieler Züge.

Normen und Umgebung

Die Serie 9000 ist für Bahnumgebung ausgelegt: IEC 60255 (Messrelais), EN 50124-1 (Isolationskoordination Bahnanwendungen), EN 50121-5 (EMV ortsfeste Bahnstromversorgung), IEC 61000-4-x. Hilfsspannung 48–125 V DC. Angaben zu 15 kV / 16,7 Hz (DB, ÖBB, SBB) macht ICE auf seinen Produktseiten nicht; die Eignung für dieses Netz klären wir projektbezogen mit dem Hersteller.

Häufige Fragen

Eignen sich die Geräte für 15 kV / 16,7 Hz?

Die veröffentlichten Datenblätter nennen 25 kV und 2×25 kV bei 50/60 Hz. Für 16,7-Hz-Netze holen wir eine Herstellerbestätigung ein, bevor wir anbieten.

Was unterscheidet PDZI9000 und PGT9000?

PDZI9000 schützt die Fahrleitung (Abgang), PGT9000 die Speisegruppe mit Traktionstransformator. In einem Unterwerk arbeiten beide zusammen; LDN2 ergänzt die Fehlerortung.

Gibt es Referenzen in Europa?

SNCF Réseau, Eurotunnel, STIB (Brüssel), DSB und weitere – siehe Referenzen und die Bahn-Übersicht.

Bahnstromschutz anfragen

Hersteller: ICE SAS, Alfortville (Frankreich) · Anbieter und Ansprechpartner in Deutschland: AAAgiler GmbH, Darmstadt · Tel. +49 6151 7877 805

Datenschutz

Stand: Oktober 2026. Technische Angaben sind Herstellerangaben aus den verlinkten Produktseiten und Datenblättern von ICE SAS.